Familienunternehmen mit Sinn für berufstätige Eltern

Familienunternehmen mit Sinn für berufstätige Eltern

Marleen und Jan haben beruflich nicht viel miteinander zu tun, auch wenn beide im selben Unternehmen in Rheda-Wiedenbrück arbeiten. Und trotzdem verbindet beide das gleiche Thema: sie sind berufstätige Eltern. Was mancherorts heiß diskutiert wird, ist bei Tönnies gelebter Alltag.

Jan (34) ist zweifacher Vater und gleichzeitig leidenschaftlicher Controller. Die Analyse von Zahlen und das Auswerten von Excel-Tabellen ist der pure Gegensatz vom Elterndasein. „Natürlich sind das zwei verschiedene Welten. Aber trotzdem ist das ein wunderbarer Ausgleich“. Deswegen hatte sich Jan auch dafür entschieden bei der Geburt seines zweiten Kindes zwei Monate Elternzeit zu nehmen. Einfach mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. „Meine Arbeitstage sind normalerweise schon lang, da war die Entscheidung der Elternzeit schnell getroffen.“

Aber wie reagiert der Chef? Jans Vorgesetzter ist ein echter Typ: ehrlich, direkt und unverblümt. „Natürlich hab ich mich gefragt wie er reagiert, schließlich will man sich nichts verbauen.“ Und die Antwort war klar und eindeutig. Er würde es an Jans Stelle auch machen.

Die zwei Monate hat Jan genossen und trotzdem kommt der Berufsalltag schnell zurück, schließlich bleibt die Arbeit und damit die große Aufgabe Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Das gilt auch für die 33-jährige Marleen. Zwei Jahre nach der Geburt ihres zweiten Kindes wollte sie wieder einsteigen. Als Mitarbeiterin in der Qualitätssicherung arbeitet Marleen in Teilzeit, 20 Stunden die Woche. „Damit habe ich etwas mehr Spielraum für Kita, Kinderarzt und die weiteren täglichen Elternthemen.“ Natürlich ist das in einem Lebensmittelbetrieb nicht einfach, wenn rund um die Uhr produziert wird. „Wenn das Grundverständnis der Kollegen und des Vorgesetzten stimmt, dann kann man beide Aufgaben unter einen Hut bekommen.“

Was ein familienfreundliches Unternehmen ausmacht beschreibt Jan mit einem lachenden und einem weinenden Auge „Margit Tönnies rief mich einen Nachmittag an und fragte ob mein Sohn Lust hätte als Einlaufkind bei einem Schalke Heimspiel die Profis auf den Platz zu begleiten. Ich war natürlich hellauf begeistert, mein Sohn leider nicht, da er Angst vor dem großen Stadion hatte.“ Der Controller ist sich aber trotzdem sicher: Wissen und das Verständnis für die Herausforderung Beruf und Familie, das macht ein familienfreundliches Unternehmen aus.