Ohne große Deutschkenntnisse in vier Jahren zum Meisterbrief

Ohne große Deutschkenntnisse in vier Jahren zum Meisterbrief

Mit nur einigen Worten Deutsch im Gepäck geht der damals 20-jährige Konstantinos Tsianakas im Jahre 2016 von Griechenland nach Deutschland. Heute, vier Jahre später, spricht der gebürtige Grieche nicht nur fließend Deutsch, sondern ist auch noch top ausgebildet. Denn innerhalb von gut vier Jahren hat er es zum Fleischer-Meister beim Tönnies Zerlegebetrieb in Weißenfels gebracht.

Die besondere Geschichte von Kostas, wie ihn in Deutschland alle nennen, beginnt im Sommer 2016. Weil er in Griechenland keine passende Ausbildung oder einen Job findet, der ihn anspricht, entschließt er sich zur Teilnahme an einem Ausbildungsprojekt. „Also habe ich meine Sachen gepackt, habe meine Familie zurückgelassen und bin nach Deutschland gezogen“, erinnert sich Tsianakas zurück. Nach einem vierwöchigen Praktikum im Tönnies-Standort in Weißenfels steht für ihn fest: „Ich will Fleischer werden.“

Vom ersten Tag an hinterlässt er einen guten Eindruck, sagt Zerlegebetriebs-­
Geschäftsführer Georg Stülb. „Er war sehr ehrgeizig und zielstrebig – und der einzige von sechs Teilnehmern, der die Ausbildung im Juli 2019 abgeschlossen hat“, erinnert sich der Chef des Griechen zurück. Mit der Gesamt-Note 2 hält Kostas Tsianakas im Sommer letzten Jahres ein Zeugnis mit hervorragendem Abschluss in der Hand. Auch dank seiner Deutschkenntnisse, die er sich im Laufe der Ausbildung immer weiter
aneignet. „Und mein Ausbilder war super, der hat mich sehr gefördert“, gibt er fast
bescheiden zu.

Doch es soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. „Mir war von Anfang an klar: Wenn ich die Ausbildung schaffe, dann will ich auch die Meisterprüfung ablegen“, sagt Kostas. Gesagt, getan: Mit Unterstützung der Tönnies Unternehmensgruppe besucht er von Januar bis Ende März dieses Jahres die Meisterschule der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main – und schließt sie mit dem Meisterbrief in der Hand ab. „Wir sind mächtig stolz auf Kostas und seine Entwicklung“, unterstreicht Georg Stülb. Und der gebürtige Grieche ist es ebenfalls. „Ich will nun Verantwortung übernehmen“, sagt er. In welcher Abteilung er am liebsten arbeiten will? „Da, wo ich dem Betrieb helfen kann und gebraucht werde.“

Einen Plan hat der Tönnies Zerlegebetrieb in Weißenfels schon mit dem 24-Jährigen: Er soll Führungsposition in der Zerlegung übernehmen. „Kostas hat zudem bereits signalisiert, dass er sich noch weiter fortbilden will, zum Beispiel in Richtung Arbeitsschutz“, sagt Geschäftsführer Georg Stülb. Der Weg des gebürtigen Griechen an dem Tönnies-Standort dürfte also noch weitergehen.